Dr. Wilkinson erklärt die richtige Hockenhaltung. Präventionsmaßnahme für Läufer.

Wie tief können Sie gehen?

Bis zu 50 % aller Verletzungen von Läufern treten im Knie auf (van Gent et al., 2007). Zu den häufigsten Verletzungen zählt das patellofemorale Schmerzsyndrom, dessen Merkmale ein Kollabieren des Knies nach innen und eine interne Rotation des Knies unter Belastung (genannt dynamischer Knievalgus) sind (Taunton et al., 2002). Da es sich beim Knie um ein Scharniergelenk handelt, ist es wenig verwunderlich, dass solche Bewegungen das Knie schädigen können. Ziel der konventionellen Therapie ist es, den Gluteus Medius zu stärken, um ein Kollabieren des Knies nach innen zu verhindern. Dies ist jedoch nicht effektiv (Willy und Davis, 2011), da das Problem im Allgemeinen unterhalb des Knies liegt, und zwar in einem unbeweglichen Sprunggelenk und/oder einem instabilen Fuß.

Eine unzureichende Dorsalflexion/Mobilität des Sprunggelenks verhindert, dass sich das Körpergewicht reibungslos über den Standfuß verteilen kann, was zu Ausgleichsbewegungen aufwärts in der kinetischen Kette, beispielsweise im Knie, führt. Eine aktuelle systematische Analyse zeigt konsistente Verbindungen zwischen einer unzureichenden Dorsalflexion des Sprunggelenkbereichs und einem dynamischen Knievalgus. Sie empfiehlt die Bewertung des Sprunggelenkbereichs in einer klinischen Umgebung als Risikofaktor für Knieverletzungen (Lima et al., 2018).

Die tiefe Hocke sollte als funktionalste Bewertung für die Dorsalflexion des Sprunggelenks erachtet werden, da die Sprunggelenkmobilität der primäre einschränkende Faktor für die Durchführung einer tiefen Hocke, bei der die Ferse am Boden bleibt, ist (Kasuyama, Sakamoto und Nakazawa, 2009).

Als grundlegendes menschliches Bewegungsmuster ist die tiefe Hocke eine hervorragende Übung, um die funktionale Dorsalflexion des Sprunggelenkbereichs sowie die Beinkraft für das Laufen aufzubauen und zu erhalten.

Autor

Dr. Mick Wilkinson, PhD, MSc, BA (Hons)
Northumbria University, Newcastle, England
Senior Lecturer in Sport and Exercise Science & Department Ethics Lead

Literaturhinweise

Kasuyama, T., Sakamoto, M., and Nakazawa, R., (2009). Ankle joint dorsiflexion measurement using the deep squatting posture. Journal of Physical Therapy Science, 21, 195-199.

Lima, Y.L., Ferreira, V., Lima, P., Bezerra, M.A., de Olivereira, R.R., Almeida, G., (2018). The association of ankle dorsiflexion and dynamic knee valgus: A systematic review and meta analysis. Physical Therapy in Sport, 29, 61-69.

Taunton, J.E., Ryan, M.B., Clement, D.B., McKenzie, D.C., Lloyd-Smith, D.R., Zumbo, B.D. (2002). A retrospective case-control analysis of 2002 running injuries. British Journal of Sports Medicine, 36, 95-101.

van Gent, R.N., Siem, D., van Middlecoop, M., van Os, A.G., Bierma-Zienstra, S.M.A., Koes, B.W. (2007). Incidence and determinants of lower extremity running injuries in long distance runners: a systematic review. British Journal of Sports Medicine, 41, 469-480.

Willy, R.W. and Davis, I.S. (2011). The Effect of a Hip-Strengthening Program on Mechanics During Running and During a Single-Leg Squat. Journal of Orthopaedic and Sports Physical Therapy, 41, 625-632.

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