FUSSFUNKTION BEIM JOGGEN

Joggen wurde als „submaximales“ Rennen definiert, in der Regel bei Laufgeschwindigkeiten zwischen 10 und 16 km/h. Aus biomechanischer Sicht lässt sich Joggen als „hybrider“ Gang bezeichnen, da es sowohl Merkmale vom Gehen als auch vom Rennen zeigt. Wendet man eine dieser oder beide Definitionen für das Joggen an, so fallen 80-95 % der Freizeitläufer in die Kategorie „Jogger“. Beim Joggen fungieren das Knie und die Hüfte wie „Federn“, wie beim Rennen, aber der Fuss und das Sprunggelenk fungieren nach wie vor wie „Wippen“, mit dem Fersen-Zehen-Belastungsmuster, das wir vom Gehen kennen.
Beim Joggen sind die Sprunggelenks- und Fuss-Wippen einer erheblich höheren Last und Belastung ausgesetzt als beim Gehen. Die Kräfte, die während der Stützphase auf das Bein wirken, verdoppeln sich von 120 % des Körpergewichts auf mehr als 250 % beim Joggen. Und der erforderliche Bewegungsbereich des Sprunggelenks steigt von mindestens 10 Grad Dorsalflexion beim Gehen auf mindestens 20 Grad Dorsalflexion beim Joggen. Diese beiden Tatsachen spielen eine Rolle bei den hohen Verletzungsraten bei Joggern und bei allen Verletzungen oder Schmerzen in Verbindung mit den biomechanischen Kompensationen, die beim Gehen beobachtet werden (Auswärtsdrehung der Zehen, Überpronation, Fersenschmerzen usw.). Diese werden beim Joggen weiter verstärkt und verschlimmert. Das Knie ist besonders anfällig für Überlastungen und Verletzungen beim Joggen, wenn die Zehenstruktur und -funktion beeinträchtigt sind und keine gute Technik beim Joggen angewendet wird. Die Zehenfunktion ist ausschlaggebend für verletzungsfreies Joggen, denn die Zehen „verankern“ den Fuss und bestimmen die Bewegungsbahn des Kniegelenks über dem Fuss während der Stützphase. Die Aktion der Zehenflexoren und -extensoren spielt auch eine wichtige Rolle bei der Unterstützung der Schienbeinmuskulatur beim Verlangsamen des Fusses und des Schienbeins während der gesamten Bodenkontaktphase (schwache Zehenmuskulatur steht in Verbindung mit Schmerzen am vorderen und hinteren Schienbein).

 

Die wichtigsten Anforderungen an Joggingschuhe:

 

• Eine anatomische Zehenkappe (breit, flach und fussförmig = Zehenfreiheit) ist wichtig, damit die Zehen maximale Stabilität liefern können und die Zehenflexoren und -extensoren die vordere und hintere Schienbeinmuskulatur unterstützen können.

 

• Entsprechende Federung. Aufgrund der hohen Krafteinwirkung beim Joggen sollte ein „Jogging-Schuh“ eine angemessene Federung bieten, um die Fersen- und Mittelfussknochen zu schützen. Der menschliche Fuss hat Fettpolster entwickelt, um diese Bereiche des Fusses zu schützen, aber diese Polster können sich durch übermässige Belastung buchstäblich abnutzen, insbesondere, wenn der Jogger über einen starren, schuhförmigen Fuss verfügt und über 40 Jahre alt ist.

 

MENSCHLICHE BEWEGUNG

 

• Die Biomechanik der menschlichen Bewegung lässt sich durch die Physik von Pendeln und Federn erklären. Der Mensch verfügt im Wesentlichen über vier Bewegungsstrategien: Gehen, Joggen, Rennen, Sprinten.

 

• Diese Bewegungsstrategien werden nach und nach immer weniger pendelähnlich und mehr federähnlich, da die Geschwindigkeit und die Schwerkraftbelastung steigen und die Kontaktzeit sich verringert (siehe Diagramm).

 

• Jede Bewegungsstrategie hat energetische und biomechanische Folgen, d. h. metabolischer Energieverbrauch und Verletzungsrisiko.

 

• Geschickte menschliche Bewegung zeichnet sich durch die Fähigkeit aus, die geeignetste Bewegungsstrategie anzuwenden, um die Wirtschaftlichkeit zu maximieren und das Verletzungsrisiko zu minimieren – in Abhängigkeit von Geschwindigkeit und Bodenbeschaffenheit.

 

• Das Anwenden der geeignetsten Bewegungsstrategie wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst. Dazu zählen Gewohnheit, Konditionierung und präzises sensorisches Feedback im Hinblick auf die externe Umgebung.

 

JOGGEN

DIE WIEDERHERSTELLUNG DER FUSSFUNKTION

 

Die Wiederherstellung der Fussfunktion beginnt mit der Wiederherstellung der natürlichen Fussform. Genauso, wie der Fuss durch das Tragen von schuhförmigen Schuhen schuhförmig wird, wird der Fuss durch das Tragen von fussförmigen Schuhen fussförmiger! Die Anpassung des menschlichen Körpers an die mechanischen Lasten und Belastungen, die ihm auferlegt werden, nennt man in der Biologie „Wolffsches Gesetz“. In der Geschichte wurde dieses Phänomen von vielen Kulturen genutzt, z. B. beim chinesischen Füssebinden, den viktorianischen Korsetten und den Halsringen der Padaung.

 

DEFINITION FUNKTIONSSCHUHE

 

1- Fussförmiges Design (Zehenfreiheit):Ein Schuh sollte die „Fächerform“ eines gesunden, barfüssigen Fusses nachahmen, d. h. die breiteste Stelle des Schuhs sollte der Abstand zwischen der Basis der grossen Zehe und der Spitze der kleinen Zehe sein. „Weite“ Schuhe, die nicht fussförmig sind, sind ebenso schädlich für die Fussfunktion wie enge schuhförmige Schuhe

 

2- Flache Sohle: Der Bereich der Sohle, der das Gewicht trägt, sollte flach auf dem Boden aufliegen, um eine maximale Oberfläche und Stabilität für die drei funktionalen Wippen zu bieten.

 

3- Keine hochgelegten Zehen: Die Zehen können ihre stabilisierende Rolle nur erfüllen, wenn sie Kontakt mit dem Boden haben.

 

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VERWENDUNG VON FUNKTIONSSCHUHEN

 

Basierend auf einfacher Physik erhöhen sich die Ansprüche an das Bewegungssystem, wenn die Kräfte, die auf den Körper wirken (Körpergewicht) steigen und/oder die Stabilität nachlässt, z. B. von zwei Füssen zu einem Fuss, zu nur dem Vorderfuss. Führen Sie die Bewegungen mit Ihren Funktionsschuhen zunächst links durch und gehen Sie dann langsam zu rechts über.

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