FUSSFUNKTION UND KNIEBEUGE

• Die Ausführung einer Kniebeuge ohne Hilfestellung wird als eine grundlegende Bewegungsfähigkeit angesehen.

 

• Durch die alltägliche Ausführung der Kniebeuge als Trainingseinheit oder in Ruheposition lassen sich Kraft und Beweglichkeit, die für grundlegende Haltungs- und Bewegungsfunktionen wie Sitzen, Stehen, Heben und Gehen unerlässlich sind, auf natürliche Weise erhalten.

 

• In der Fitnessbranche gehören Variationen der Kniebeuge mit steigenden Gewichten und Stabilitätsanforderungen zu den am häufigsten verwendeten Übungen für Kraft, Kondition und Rehabilitation.

 

• Auch wenn die gesundheitlichen und leistungssteigernden Vorteile der Kniebeuge überwiegen, sind der untere Rücken und die Knie verletzungsgefährdet, wenn sie aufgrund schlechter Technik ungünstig belastet werden.

 

• Die richtige Technik bei der Ausführung einer Kniebeuge kann erlernt und die Kraft der hierbei geforderten Muskeln erhöht werden, WENN die STABILITÄT und MOBILITÄT der Fuss-, Knöchel-, Knie-und Hüftgelenke hinreichend ausgeprägt ist.

 

• Ein Aspekt, der bei der Kniebeuge häufig übersehen wird, ist der Einfluss der Fuss- und Sprunggelenksfunktion sowie die Bewegungsstrategien, mit denen versucht wird, Schwächen im Bereich des Fusses und des Sprunggelenks auszugleichen.

 

 

HALTUNG BEI DER KNIEBEUGE UND FUSSTYP

 

A. Funktionaler Fuss: Ein natürlich breiter und stabiler Fuss mit voller Bewegungsfähigkeit sorgt dafür, dass das Körpergewicht während des gesamten Bewegungsablaufs durch seine Basis (die Füsse) gestützt wird. Eine gute Haltung bei der Ausführung einer Kniebeuge kann durch minimale Bewegungsänderungen in den Knien, der Hüfte und der Wirbelsäule verbessert werden.

 

B. Starrer, den Schuhen angepasster Fuss: Eine eingeschränkte Zehenfunktion und zugeringe Beweglichkeit in den Sprunggelenken führt dazu, dass das Körpergewicht nach hinten auf die Fersen verlagert wird. In einer tiefen Kniebeuge (die Hüfte unterhalb der Knie) kippt das Becken nach hinten auf die Hüfte, wodurch die Gelenke und Muskeln des Beckens und des unteren Rückens zu sehr beansprucht und verletzt werden können.

 

C. Nachgiebiger, schuhgeformter Fuss: Die fehlende strukturelle Stabilität des Fusses und die eingeschränkte Beweglichkeit in den Sprunggelenken führt dazu, dass das Körpergewicht nach vorn verlagert wird und die Knie nach innen rollen. Wenn die Kniegelenke überlastet sind, wird die Bewegung über den Hüftbeuger ausgeführt. Hierdurch entsteht entweder eine Krümmung der Lendenwirbelsäule nach vorn oder eine Vorwärtsbeugung des gesamten Rumpfes. Ein nachgiebiger, schuhgeformter Fuss äussert sich bei der Kniebeuge mit Schmerzen in den Knien und im unteren Rücken.

 

DIE WIEDERHERSTELLUNG DER FUSSFUNKTION

 

Die Wiederherstellung der Fussfunktion beginnt mit der Wiederherstellung der natürlichen Fussform. Genauso, wie der Fuss durch das Tragen von schuhförmigen Schuhen schuhförmig wird, wird der Fuss durch das Tragen von fussförmigen Schuhen fussförmiger! Die Anpassung des menschlichen Körpers an die mechanischen Lasten und Belastungen, die ihm auferlegt werden, nennt man in der Biologie „Wolffsches Gesetz“. In der Geschichte wurde dieses Phänomen von vielen Kulturen genutzt, z. B. beim chinesischen Füssebinden, den viktorianischen Korsetten und den Halsringen der Padaung.

 

 

DEFINITION FUNKTIONSSCHUHE

 

1- Fussförmiges Design (Zehenfreiheit):Ein Schuh sollte die „Fächerform“ eines gesunden, barfüssigen Fusses nachahmen, d. h. die breiteste Stelle des Schuhs sollte der Abstand zwischen der Basis der grossen Zehe und der Spitze der kleinen Zehe sein. „Weite“ Schuhe, die nicht fussförmig sind, sind ebenso schädlich für die Fussfunktion wie enge schuhförmige Schuhe

 

2- Flache Sohle: Der Bereich der Sohle, der das Gewicht trägt, sollte flach auf dem Boden aufliegen, um eine maximale Oberfläche und Stabilität für die drei funktionalen Wippen zu bieten.

 

3- Keine hochgelegten Zehen: Die Zehen können ihre stabilisierende Rolle nur erfüllen, wenn sie Kontakt mit dem Boden haben.

 

VERWENDUNG VON FUNKTIONSSCHUHEN

 

Basierend auf einfacher Physik erhöhen sich die Ansprüche an das Bewegungssystem, wenn die Kräfte, die auf den Körper wirken (Körpergewicht) steigen und/oder die Stabilität nachlässt, z. B. von zwei Füssen zu einem Fuss, zu nur dem Vorderfuss. Führen Sie die Bewegungen mit Ihren Funktionsschuhen zunächst links durch und gehen Sie dann langsam zu rechts über.

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