FUSSFUNKTION BEIM SPRINTEN

Im Wörterbuch wird Sprinten definiert als „Rennen bei voller Geschwindigkeit über eine kurze Distanz (400 Meter oder weniger)“, aber aus biomechanischer und Trainingssicht ist Sprinten mehr als nur „schnelles Rennen“. Sprinten kann man als biomechanisches Verhalten erachten, das sich vom Rennen unterscheidet und sich auf das Rennen bei Geschwindigkeiten von mehr als 7 ms-1 bezieht. Die typischen Merkmale eines „Sprints“ sind eine Schrittfrequenz von mehr als 4 Hz, Bodenkontaktzeiten von weniger als 150 ms und ein besonderes Vorderfuß-Fußschlag-Muster. Durch diese biomechanischen Veränderungen in der Renntechnik versucht der Körper „steifere Federn“ zu schaffen, um die höheren Kräfte zu bewältigen, die bei höheren Renngeschwindigkeiten wirken. Die reaktive Stärke, die in den unteren Extremitäten, Hüften und posturalen Muskeln erforderlich ist, um diese Bewegungsstrategie anzuwenden und Verletzungen zu vermeiden, geht über die physikalische Leistungsfähigkeit des durchschnittlichen Freizeitläufers hinaus und ein Coaching im Hinblick auf die technischen und konditionellen Aspekte des Sprintens wird dringend empfohlen.

 

Die wichtigsten Anforderungen an Sprintschuhe:

 

• Eine anatomische Zehenkappe (breit, flach und fußförmig = Zehenfreiheit). Die Zehenflexoren, -extensoren und die Innenmuskulatur erfüllen beim Sprinten dieselbe Rolle wie beim Rennen, aber beim Sprinten erfordert diese Funktion mehr Kraft über einen kürzeren Zeitraum.

 

• Leicht und starr. Beim Sprinten muss das untere Bein als „steife Feder“ fungieren, was sich durch ein Minimieren der Bewegung im Sprunggelenk und in den Fußgelenken erzielen lässt. Bei flexiblem und/oder gefedertem Schuhwerk steigt die Beanspruchung der Muskeln im unteren Bein, da diese versuchen, die Gelenke zu „versteifen“.

 

• Maximale Traktion. Bodenkontaktzeit und Traktion sind umgekehrt proportional. Hinter dem Design von „Lauf-Spikes“ steckt intelligente biomechanische Logik.

 

 

MENSCHLICHE BEWEGUNG

 

• Die Biomechanik der menschlichen Bewegung lässt sich durch die Physik von Pendeln und Federn erklären. Der Mensch verfügt im Wesentlichen über vier Bewegungsstrategien: Gehen, Joggen, Rennen, Sprinten.

 

• Diese Bewegungsstrategien werden nach und nach immer weniger pendelähnlich und mehr federähnlich, da die Geschwindigkeit und die Schwerkraftbelastung steigen und die Kontaktzeit sich verringert (siehe Diagramm).

 

• Jede Bewegungsstrategie hat energetische und biomechanische Folgen, d. h. metabolischer Energieverbrauch und Verletzungsrisiko.

 

• Geschickte menschliche Bewegung zeichnet sich durch die Fähigkeit aus, die geeignetste Bewegungsstrategie anzuwenden, um die Wirtschaftlichkeit zu maximieren und das Verletzungsrisiko zu minimieren – in Abhängigkeit von Geschwindigkeit und Bodenbeschaffenheit.

 

• Das Anwenden der geeignetsten Bewegungsstrategie wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst. Dazu zählen Gewohnheit, Konditionierung und präzises sensorisches Feedback im Hinblick auf die externe Umgebung.

 

 

SPRINTEN

 

DIE WIEDERHERSTELLUNG DER FUSSFUNKTION

 

Die Wiederherstellung der Fußfunktion beginnt mit der Wiederherstellung der natürlichen Fußform. Genauso, wie der Fuß durch das Tragen von schuhförmigen Schuhen schuhförmig wird, wird der Fuß durch das Tragen von fußförmigen Schuhen fußförmiger! Die Anpassung des menschlichen Körpers an die mechanischen Lasten und Belastungen, die ihm auferlegt werden, nennt man in der Biologie „Wolffsches Gesetz“. In der Geschichte wurde dieses Phänomen von vielen Kulturen genutzt, z. B. beim chinesischen Füßebinden, den viktorianischen Korsetten und den Halsringen der Padaung.

 

DEFINITION FUNKTIONSSCHUHE

 

1- Fußförmiges Design (Zehenfreiheit):Ein Schuh sollte die „Fächerform“ eines gesunden, barfüßigen Fußes nachahmen, d. h. die breiteste Stelle des Schuhs sollte der Abstand zwischen der Basis der großen Zehe und der Spitze der kleinen Zehe sein. „Weite“ Schuhe, die nicht fußförmig sind, sind ebenso schädlich für die Fußfunktion wie enge schuhförmige Schuhe

 

2- Flache Sohle: Der Bereich der Sohle, der das Gewicht trägt, sollte flach auf dem Boden aufliegen, um eine maximale Oberfläche und Stabilität für die drei funktionalen Wippen zu bieten.

 

3- Keine hochgelegten Zehen: Die Zehen können ihre stabilisierende Rolle nur erfüllen, wenn sie Kontakt mit dem Boden haben.

 

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VERWENDUNG VON FUNKTIONSSCHUHEN

 

Basierend auf einfacher Physik erhöhen sich die Ansprüche an das Bewegungssystem, wenn die Kräfte, die auf den Körper wirken (Körpergewicht) steigen und/oder die Stabilität nachlässt, z. B. von zwei Füßen zu einem Fuß, zu nur dem Vorderfuß. Führen Sie die Bewegungen mit Ihren Funktionsschuhen zunächst links durch und gehen Sie dann langsam zu rechts über.

 

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